Zwischen Kristiansand und Oslo

Die Tage, nachdem wir Kristiansand verlassen haben, war sowohl für Konstantin als auch für mich sehr arbeitsreich. Wir waren zum einen gut mit unseren Aufgaben im „Büro“ beschäftigt und zum anderen mussten wir zusehen, dass wir unser Lotterleben hier im Süden von Norwegen am Laufen hielten. Irgendwie ging so langsam alles aus: Frischwasser, Diesel, Strom, Internet, Gas. Oder wurde voll: Abwassertank, Tanks der Toilette, Müll.

Freilich waren manche „Probleme“ schneller gelöst als andere. Tankstellen zum Beispiel haben hier in überwiegend die ganze Zeit geöffnet. Auch Ver- und Entsorgungsstationen fanden wir immer wieder mal, sodass auch Wasser (neu und alt), unsere Toilette und der Müll keine allzu großen Sorgen bereiteten. Mit dem Internet gingen wir dann eben sparsamer um und versuchten so viel wie möglich noch mit unserer deutschen SIM-Karte klar zu kommen, das sollte als auch klappen. Blieben noch Strom und Gas…

Tatsächlich hatten wir mit dem Wetter seit Kristiansand ziemlich viel Glück, sodass kaum Wolken am Himmel waren. Aber man muss zugeben: Es wird doch langsam Herbst bzw. Winter, die Sonne steht einfach nicht mehr so hoch am Himmel wie im Hochsommer, und wenn dann sicherlich nicht so lange. Dazu kam, dass wir wirklich einiges zu arbeiten hatten, und daher eigentlich immer einer der Laptops der Batterieladung zusetzte. Also fuhren wir auf einen Wohnmobilparkplatz an der E18 an, an dem es recht günstig Strom gab. Ein paar Tage würden wir damit wieder durchkommen, bis es Wochenende würde oder wir halt doch nochmals einen Stromnachschub auf dem Campingplatz nachholen müssten.

So richtig Sorgen machte uns aber das Gas. Denn ohne diesen Energieträger wäre es weder warm in der Lotte noch gäbe es warme Mahlzeiten. Beides bei ebenso klaren (und kalten) Nächten wie Tagen nicht sonderlich schön. Wir hatten ein paar Gashändler auf der Karte entdeckt, die wohl auch mit den deutschen Flaschen klar kämen, aber entweder waren wir um einige Minuten zu spät, weil das Meeting länger dauerte als gehofft, oder die Geschäften gab es einfach nicht mehr. Entweder wegen der Winterpause oder generell geschlossen. Doch dann fanden wir irgendwann einen Händler, der uns dann sogar beide Flaschen auffüllte, sodass wir nicht in wenigen Tagen wieder losziehen müssen. Wir waren inzwischen nur noch etwa 160km süd-westlich von Oslo. Aber immerhin würden wir auch zukünftig heizen und kochen können. Und so konnten wir auch den vorletzten stressigen Arbeitstag dieser Woche wieder einmal sehr abgelegen an einem alten Stausee verbringen. Man muss schon sagen, es arbeitet sich einfach besser, wenn man zum Gedankensortieren einfach kurz raus kann, an einem herbstlichen See entlang wandern und die Stille genießen kann.

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