Mit dem Vikingerschiff um Kristiansund

Den Sonntag nutzten wir, um etwas zu entspannen und uns von den Wanderungen der letzten Tage zu erholen. Während ich meine Tour von Vinjeøra nach Aure lief, machten sich Konstantin und Müsli ebenfalls zu einer Bergtour auf. Da Müsli aber von den letzten Tagen noch etwas müde war, trug Konstantin sie die meiste Zeit im Rucksack mit – somit hatte er ein ähnliches Marschgepäck für seine Tagestour wie ich auf meinen 2 Tagen. Dementsprechend waren unsere Beine am nächsten morgen platt und wir entschieden uns, dem Sonntag alle Ehre zu gebühren. Am späten Vormittag warf Konstantin noch ein paar Mal die Angel in den ruhigen Fjord und wir beobachteten den steigenden Wasserspiegel auf Grund der Flut.

Leirsundet bei Leira / Kristiansund

Nachmittags machten wir uns auf Richtung Kristiansund. Der Weg führte uns über unterschiedlichste Brücken und vor allem auch über eine Fähre, die zu unserem Erstaunen, den halben Weg vollkommen elektrisch (oder zumindest geräuschlos) fuhr. Irgendwann setzte ein leichtes Brummeln ein. In Kristiansund sahen wir dann auch einige Fähren im Hafen laden.
In der Nähe des Segelboothafens fanden wir außerdem ein Stellplätzchen, von dem aus man recht schnell in der Stadt war. Diese schauten wir uns natürlich auch noch an, jedoch war hier sonntags eher gleich viel los wie in mancher deutschen Stadt: Wir hatten Glück, dass man zumindest bei einem Straßenverkäufer, einen Kaffee bekam – aber vielleicht waren wir auch nur im falschen Teil des Städtchens. Der Blick auf die gegenüberliegenden Inseln, die ebenfalls noch zu Kristiansund gehören war auf jeden Fall sehr schön.

Der Montag startete wolkenverhangen, was aber halb so schlimm war, da wir nun wieder normal arbeiten mussten. Tagsüber regnete es auch ab und an. In der Mittagspause lernten wir Zac kennen, der neben uns mit seinem Van steht. Er erzählt uns von seinem Vikingerschiff, das unten im Hafen liegt und das er zur Zeit herrichtet, um damit an den Fjorden entlang nach Bergen zu fahren. Er läd uns spontan auf eine kleine Hafenrundfahrt ein, da er testen möchte, ob das bereits alles funktioniert und ob er die Handgriffe auch alleine hinbekommt. Falls nicht, könnte er uns unerfahrene Landratten noch kurzfristig anweisen. Wir nehmen das Angebot (nach Feierabend) natürlich gerne an – wann bekommt man schon einmal so eine Möglichkeit.

Aus dem Hafen hinaus geht es noch mit Motorkraft, weil der Wind heute nicht sehr stark ist und außerdem auch in Richtung Land weht. Zac will um die Hauptinsel Kristiansunds herum fahren und von dort aus wieder in den Hafen segeln. Sein Schiff ist zwar nur aus dem letzten Jahrhundert, aber die Bauweise stammt aus dem 17. Jahrhundert. Dementsprechend hat er auch ein großes, rechteckiges Segel, wie die Vikinger früher, und kein dreiecksförmiges, modernes, wie es heutzutage an den Segelbooten zu finden ist. Die Ruhe und das Gluckern des Wassers am Bug des Schiffes sind eine Wohltat nach den doch eher lauten Geräuschen des Motors. Das Segel wird ordentlich vom Wind aufgeblasen und wir kommen gut voran. Die App sagt sogar gleich schnell oder ein wenig schneller als mit dem Motor. Wir segeln lautlos unter der vielbefahrenen Brücke hindurch zurück Richtung Hafen. Das Momentum des Bootes reicht fast bis vor den Liegeplatz, sodass wir erst kurz vor Schluss wieder den Motor benötigen.
Teilweise kamen wir uns tatsächlich wie richtige Touris vor, weil Zac anfangs meinte, dass er alles selbst machen möchte und wir nur „im Notfall“ zu Hand gehen sollten. Da standen wir dann also und schauten ihm beim Arbeiten zu, aber als er dann merkte, dass es gut für ihn klappte, durften wir auch den ein oder anderen Handschlag machen. So oder so war es eine wunderbare Erfahrung für uns. Vielen Dank, dass wir mitfahren durften, Zac!

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