Freiluftkino am Nord-Ostsee-Kanal

Von der dänischen Kleinstadt Tondern ging es am Donnerstag Morgen über die deutsche Grenze nach Rendsburg an den Nord-Ostsee-Kanal NOK. Dort hatte ich einen Campingplatz gefunden, von dem aus man direkt am Kanal stehen konnte und ich zudem meine Sorgen bezüglich einer sich leerenden Batterie durch das Aufladen dieser nichtig machen konnte. Als wir dort ankamen, unsere Parzelle bezogen und den Strom anstecken wollten, fiel mir erstmal auf, wie schön wir es doch das vergangenen halbe / dreiviertel Jahr in Skandinavien doch hatten: Jegliche Dienstleistungen, angefangen von den Parkgebühren, über den Strom bis hin zum Duschen wollten nun wieder bar (am besten passend) bezahlt werden. Da kam ich mit meinen 7 EUR und 3 Cent, die ich noch bar dabei hatte, nicht sehr weit. Also spendierte ich dem Platz eine kleine Extrazahlung, in dem ich dreimal so viel Strom zahlte, wie die Batterie eigentlich packen kann, aber ich hatte nun mal nur eine 2 EUR-Münze.
Als dann der Platzwart zum Kontrollieren des Gesundheitsstatus vorbei kam, fragte ich ihn nach der nächsten Möglichkeit zum Auffüllen von Gasflaschen und der nächst gelegenen Bank. Die Gasflasche könnte ich direkt auf dem Platz wechseln lassen und die Bank wäre etwa 10-15min fußläufig zu erreichen. Aber offenbar hatte er Mitleid mit mir und bot mir direkt an, mich hinzufahren. Das Angebot nahm ich natürlich gerne an. Und ja, damit bin ich schon wieder still mit meinen „Vorwürfen“ gegen den deutschen „Fortschritt“. Wobei… Naja 😉 Diese Zahlungsarten sind ja auch ein allgemeines Problem in diesem Land (wenn man sieht, wie es wo anders geht) und sollen somit auf gar keinen Fall ein falsches Licht auf den wirklich sehr sauberen und tip-top hergerichteten Campingplatz in Rendsburg werfen! So ähnlich ging es am nächsten Tag in Kiel weiter, aber dazu im nächsten Post mehr…

Als ich nun wieder auch in meinem Geldbeutel flüssig war, konnten die Strom- und Gasvorräte wieder aufgestockt werden und Müsli und ich konnten nun ganz entspannt den von Zeit zu Zeit vorbeifahrenden Schiffen zu sehen. Tatsächlich war hier vom Containerschiff über kleinere Tanker bis hin zu Schleppern alles dabei. Unsere nachmittägliche Abendrunde brachte uns unter der Hochbrücke, die Züge über den Kanal bringt, hindurch am NOK entlang. Trotz dem, dass wir offensichtlich mitten in der Stadt und der Industrie waren, gelangten wir schnell in die ruhige und entspannende Natur.

Auf dem Rückweg liefen wir gerade in der Hochbrücke hindurch als ein Zug darüber rollte. Dabei vertrieb er die unzähligen Vögel, die sich unter lautem Geschrei in alle möglichen Richtungen verteilten, von den Pfeilern und Streben. Kaum hatten diese den ersten Schreck verdaut, ließen sie sich aber wieder nieder. Nur um dann beim nächsten Zug erneut davon zu fliegen. Ich weiß nicht, ob deren Konzept so durchdacht ist, aber muss ja jeder selbst wissen 😉
Für uns war es vom Boden aus allerdings schön anzusehen, wie der Zug die Vögel fast schon „wegschob“, weil sie sich alle immer in einem gewissen Abstand zum Zug erhoben.

Vor einem Zug davon fliegende Vögel auf der Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg

Ach ja, und da ich mich nun sowieso schon über einiges „ausgelassen“ habe: Durch das Wechseln auf unsere deutsche SIM-Karte hatte ich zwar direkt wieder (günstiges) Internet, aber leider stockte dies auch wieder in der ein oder anderen entlegenen Gegend…
So wusste man doch, dass man langsam wieder in die Heimat kommt 😉

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