Entlang des Hardangerfjordes

Wir wollten den Hardangerfjord entlang fahren – von der Mündung bis zu seinem „Ursprung“, also machten wir uns von unserem Platz südlich des Fjordes auf den Weg. Im Hinterland des Fjordes wollten wir auch eigentlich die „Trolltunga“ besuchen. Das ist ein Felsblock, der wie eine Zunge aussieht und über den Fjord ragt. Als wir uns darüber jedoch genauer informierten, fanden wir heraus, dass wir dazu wohl zwischen 8 und 12 Stunden wandern müssen, was für Müsli noch viel zu lange wäre. Außerdem empfiehlt es sich wohl so spät im Jahr nur noch mit einem lokalen Wanderführer. Da das Wetter auch eher nur mäßig bis regnerisch bleiben sollte, strichen wir diesen Ort schweren Herzens von unserer Liste. Den Fjord entlang fahren wollten wir aber trotzdem.
Konstantin hatte nur weniger Kilometer neben unserem Schlafplatz einen deutschen Norweger entdeckt, der geführte Angeltouren anbot. Diese Gelegenheit wollte er nicht auslassen, also ging es am Mittwochnachmittag auf eine Fischertour an der nordischen See – mit Erfolg: wir konnten einige Tage von dem frischen Fisch abwechslungsweise zu Mittag und zu Abend essen.

Abends fuhren wir nach Mundheim, ein kleines Dörfchen am Hardangerfjord. Von dort hatten wir einen wunderbaren Blick auf das gegenüberliegende Ufer, das an diesem Tag wohl mit mehr Sonnenglück gesegnet war als wir. Aber das machte gar nichts, bzw. war von Mundheim aus sowieso viel schöner zu sehen. Bei uns war es zumindest auch weitestgehend trocken, sodass wir nach dem Feierabend noch auf eine der vorgelagerten Halbinseln wanderten, die Ruhe genossen und die Möven und Enten auf Futtersuche beobachteten.

Von Mundheim ging es weiter nach Vikøy. Diese Ortschaft liegt ebenfalls am nördlichen Ufer des Hardangerfjordes. Hier regnete es bis auf ein paar wenige Minuten am Morgen beinahe den ganzen Tag. Wir blieben also nur bei der Morgenrunde mit Müsli trocken. Doch hier wurden wir sogar mit einem sehr einmaligem Sonnenaufgang belohnt, der den Fjord und die Berge hinterhalb in wunderschönes Licht tauchte. Da wir so oder so arbeiten mussten, machten wir uns nicht viel aus dem Wetter.

Hardangerfjord bei Vikøy

Am Freitagnachmittag fuhren wir weiter an das östliche Ende des Fjordes. Hier nutzen wir jedoch die ca. 1,3km lange Hardangerbrücke, um jeden letzten Bogen des Fjordes ausfahren zu müssen. Aber die Brücke und der Weg dort hin waren schon speziell genug: In einem der vielen Tunnel tauchte mehr oder weniger plötzlich ein Kreisverkehr vor uns auf und nur wenige hundert Meter nach dem Verlassen dieses Portals standen wir dann auch schon auf der Brücke und überquerten den Fjord. Auf der anderen Seite dasselbe Spiel nochmal: Brücke, Tunnel, Kreisverkehr.
Wir hatten einen Rastplatz „neben“ der Brücke ausfindig gemacht, von dem aus man über einen Fußgängertunnel neben und in dem Tunnel der Fahrzeuge ebenfalls auf die Brücke kommt. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

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