Die Vorteile des Allemannsretten um Stavanger genutzt

Euphorisiert von unserer Wanderung auf den Preikestolen und von den Wettervorhersagen für die kommenden Nächte suchten wir uns südlich vom Lysefjord und südöstlich von Stavanger einen Wanderparkplatz, von dem aus wir in der Natur unser Zelt aufschlagen konnten. Die Nacht versprach sternenklar zu werden – zumindest den Großteil der Nacht. Zudem sollte es nicht zu kalt werden, als dass es uns und vor allem auch Müsli zu frisch wird. Tatsächlich liefen vollgepackt mit Zelt, Isomatten, Schlafsäcken, Feldküche und Hundefutter mehr oder weniger darauf los. Vom Parkplatz ging nur ein großer Weg hinauf auf die Berge, diesem folgten wir und als wir meinten, wir hätten den idealen Platz gefunden, schlugen wir unser Zelt auf. Danke des Allemannsretten („Jedermannsrecht“) darf man in Norwegen nahezu überall zelten, solange man sich nicht dauerhaft niederlässt, selbstverständlich seinen Müll mitnimmt, nicht zu nahe an (bewohnten) Häusern campiert und noch ein paar weitere Regeln, die für uns aber auf der Hand liegen, einhält.

Wir brachen am späten Mittwoch Nachmittag auf, sodass wir uns noch ein kleines Wettlaufen mit der untergehenden Sonne lieferten. Wir gewannen und konnten noch im Sonnenlicht aufbauen und den Untergang über der Stadt Stavanger beobachten. Langsam gingen hier und da die Lichter der Straßen und Häuser an, langsam verschwand die Sonne hinter den tief über dem Meer hängenden Wolken.
Während es immer kühler wurde, wärmten wir uns mit leckerem Tütenessen und bereiteten uns für die Nacht vor. Tatsächlich war es gegen 20 Uhr schon komplett dunkel. Lediglich ein leicht hellerer Streifen über dem Meer verriet, dass hier vor kurzem noch die Sonne das Land erwärmte. Irgendwie machte uns die Dunkelheit auch relativ müde. Wir beobachteten noch ein bisschen den Sternenhimmel, der von der Stadt abgewandt fast schon unnatürlich hell erschien. Dank dem geringen Streulicht konnten wir sogar die Milchstraße erkennen – leider waren unsere Kameras trotz Langzeitbelichtung nicht so stark. Um kurz nach 21 Uhr schlüpften wir in unsere Schlafsäcke, und wachten am nächsten Morgen auch schon mit dem ersten Licht auf.

Über die Nacht hatte es geregnet, aber inzwischen war es wieder trocken, nur die dicken Wolken hingen noch über den Bergen. Wir packten alles zusammen und machten uns auf dem Weg zurück. Keine 2 h später saßen wir schon wieder in unseren Online-Meetings und waren zurück im Alltag..

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