Dänisches Wattenmeer

Eigentlich wollten wir von Ribe aus am Montag auf die vorgelagerte Insel Mandø fahren. Weil wir uns aber nochmals informierten, wie man genau auf die Insel kommt, verschoben wir unsere Pläne (und auch auf Grund der anstehenden Meetings, die zwangsläufig Internet erforderten) um einen Tag nach hinten. Die Recherche zur einzigen Straße, die nach Mandø führte, ergab nämlich, dass diese prinzipiell immer geöffnet ist, jedoch nur bei Ebbe befahrbar. Man hatte also somit als Überfahrer die Konsequenzen zu tragen. Da ich vermutete, dass unsere Lotte noch nicht schwimmen kann und das in ihrem Alter auch nicht mehr unbedingt lernen braucht, kam für mich nur eine Überfahrt um die Zeit des absoluten Niedrigwassers in Frage. Diese war aktuell zwischen 10 und 12 Uhr am Vormittag und in der Nacht angekündigt.
Da ich am Montag Nachmittag noch auf das Internet angewiesen war und mir das Risiko einer empfangsfreien Insel zu groß war, wollte ich das Niedrigwasser am Dienstag Vormittag nutzen. Bis dahin suchten wir uns ein Plätzchen landseitig direkt an der Ebben-Straße. Hier konnten wir zumindest schon einmal mit dem Klima des Wattenmeers sowie dem Kommen und Gehen des Wassers vertraut werden. Den Abendspaziergang nutzen wir außerdem für eine erste Begehung des Weges nach Mandø – zumindest so weit das Wasser es zu ließ.

Am Dienstag Morgen wurden wir vom Blöken der Schafe geweckt, die sich über die Nacht um die Wiesen um uns herum niedergelassen hatten. Dazu wurde unsere Morgenrunde durch einen wunderschönen lila-rot-orange-farbenen Sonnenaufgang versüßt.

Sonnenaufgang bei Vedsted

Beinahe ungeduldig warteten wir ab, bis es eine gute Stunde vor dem maximalem Niedrigwasser war. Dann stachen wir in See – oder hoffentlich nicht, in diesem Fall! Jedenfalls kamen schon einige Zeit vorher immer wieder Autos von der Insel, sodass wir uns relativ sicher sein konnten, dass der Weg aktuell befahrbar war. In Schrittgeschwindigkeit ging es also los, das Navi versprach eine gute halbe Stunde Fahrt, für etwa 10km. Aber letztendlich klappte das Überfahren erstaunlich gut. Lotte blieb nicht liegen und wir mussten also keinen Abschleppwagen rufen (das war meine größte Sorge, aber ein bisschen Risiko gehört ja schließlich dazu), Müsli schaute mich nur ab und an fragend von der Seite an, und ich versuchte den bestmöglichsten Weg zwischen losem Kies, festgefahrenem Kies und tragendem Schlamm zu finden.

Leider war das Wetter nicht wirklich besser auf dieser netten Insel, sodass wir weiterhin mit Nebel, Nieselregen und Wind das Vergnügen hatten. Doch wenn wir nun schon mal hier waren, packten wir uns gut ein und machten uns auf Erkundungstour quer über die Insel. Naja, gut… Quer durch den bewohnten Teil der Insel (Mandø By, mit seiner Kirche und der Windmühle) und das auch auf zwei Etappen: In südliche Richtung am Dienstag Nachmittag, in nördliche am Mittwochvormittag. Aber uns gefiel das Inselleben dennoch recht gut, für einen kalten, grauen Novembertag.

In etwa 24h später verließen wir Mandø dann aber auch schon wieder über denselben Weg, über den wir gekommen sind. Ich hatte die Befürchtung, dass uns langsam aber sicher zum einen das Gas, aber zum anderen auch mal wieder der Strom ausginge. Daher wollten wir nun in den nächsten 1-3 Tagen nach Deutschland fahren, um zum einen ohne große Umstände unseren Gasvorrat aufzufüllen und zum anderen Strom zu tanken (was natürlich genauso gut auch in Dänemark geklappt hätte, daher hatte ich hier nicht ganz so viel Sorge).
Von Mandø aus ging es also Richtung Süden in die noch dänische Kleinstadt Tønder, von wo aus es nur noch ein Katzensprung nach Deutschland zum Auffüllen des Gases wäre.

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