Bergen – Zwischen Meer, Stadt und Gipfeln (3/3)

Auf unserem Weg auf den Berg Fløyen fiel uns auch die markante Spitze des benachbarten Berges Ulriken auf. Neben einer Seilbahn, die offenbar hinauf führte, stach vor allem der riesige Sendemast ins Auge. Außerdem sah es so aus, als würde dieser Berg die Stadt ein bisschen zu deutlich vor der Natur hinter ihm abschirmen. Nicht zuletzt weil Ulriken nochmals etwa 200m höher war als Fløyen, sondern auch weil er etwas mehr hinter der Stadt liegt, vermuteten wir eine wunderbare Aussicht auf Bergen und die Inseln davor.

Also suchten wir uns am Dienstag einen Parkplatz unterhalb, um hinauf zu wandern. Leider fanden wir in Bergen nicht mal einen kostenpflichtigen Parkplatz auf dem wir parken konnten, daher verlagerten wir die Suche mehr ins Hinterland. Bewegung tut ja gut..!
In Nattlandsfjellet (südlich des Berges und südöstlich der Stadt) wurden wir auf einem Parkplatz für Wanderer fündig, Übernachten würden wir selbstverständlich wieder wo anders.

Da Konstantin’s Meeting des vergangenen Tages Arbeit abwarf und der gesamte Weg für Müsli zulange gewesen wäre, begleiteten die beiden mich bis auf einen vorgelagerten Gipfel. An dessen Flanke befand sich ein sehr idyllischer See, sodass Konstantin und Müsli nach einem Gipfelkaffee für Konstantin und einem kleinen Bad für Müsli (zuerst freiwillig im Matsch, dann eher unfreiwillig im See) von hieraus wieder umkehrten. Von hier aus hatte man den Ulriken schon recht gut im Blick und ich somit mein Ziel direkt vor Augen.

Bergen mit dem Berg Ulriken

Einige Höhenmeter, Berghütten und Bergseen später hatte auch ich meinen Gipfel erreicht. Vor allem auf den letzten 50hm nahm der Wind sehr stark zu. Auf dem Gipfel selbst musste ich zusehen, dass es mir meinen fast leeren Rucksack nicht wegwehte. Auf der Rückseite des Steinhaufens, der den Gipfel markierte, war es etwas windstiller, sodass ich hier einige Minuten die Aussicht und das Wolkenspiel beobachten konnte. Als es mir auch hier zu sehr zog, machte ich mich wieder an den Abstieg. Von Südosten sah ich bereits Regenschauer über das Land und die Fjorde ziehen. Hoffentlich bliebe ich verschont!

Es kam, wie es kommen musste: Auf halber Strecke fing es an zu regnen. Doch ich hatte Glück, denn der Wind ließ nicht nach und vertrieb die Regenzelle somit recht schnell und die Sonne kam wieder zum Vorschein. Bei Ankunft in der Lotte sollte ich und meine Kleidung schon fast wieder trocken sein.
Der Weg zwischen dem Berg und der Ortschaft, bei der wir geparkt hatten, erinnerte mich aber dennoch an die Zweitagestour bei Trondheim: Matschiger Boden und wenn man nicht aufpasste, nasse und schlammüberzogene Schuhe und Füße. Doch so langsam hatte ich eine gewisse Erfahrung und sah dem Dreck an, wenn er mich nicht tragen würde, und konnte somit nasse Füße vermeiden. Auch wenn ich mich dieses Mal komfortabel in der Lotte trocknen hätte können.

Da wir nun drei Tage in und um Bergen verbracht hatten, wollten wir langsam wieder weiter. Hardangerfjord, Stavanger und südlichere Punkte stehen auf unserer Liste. Also suchten wir uns einen Stellplatz südlich des Bjørnafjords, der ebenfalls südlich von Bergen verläuft.

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