Bergen – Zwischen Meer, Stadt und Gipfeln (2/3)

Den Montagvormittag verbrachten wir noch arbeitend an unserem Plätzchen neben dem Fjord vor den südlichen Toren Bergens. Für die Mittagszeit und den Nachmittag ließ der Wetterbericht auf Sonnenschein und leichte Wolken hoffen. Wir brachen also auf nach Bergen, um einen der sieben Berge, zwischen denen die Stadt liegt, zu besteigen. Am Tag zuvor wurde uns der Fløyen empfohlen. Normal führt hier neben einem Weg auch eine Bahn auf eine Station kurz vor dem Gipfel. Wir hofften also auf weniger Touristen als gewöhnlich und machten uns auf den Weg. Vorbei am wohl größten Baum Norwegens und entlang einiger Kehren kamen wir recht bald oben an. Wir genossen zunächst den Ausblick über Bergen vom wenig erschlossenen Gipfel des Fløyen, gute 400m über der Stadt. Man nahm lediglich hier und da eine Sirene war, ansonsten konnten wir fernab des Trubels diesen in völliger Natur und Ruhe beobachten: Schiffe legten an und wieder ab, Autos düsten über die große Brücke, Wolken ließen die Sonne sich mal mehr und mal weniger im Wasser spiegeln.
Einige Meter weiter unten, bei der Bergstation der Bahn, verweilten wir außerdem nochmals für ein paar Minuten. Hier war es allerdings auch schon am Berg etwas wuseliger. Offenbar nutzten auch einige Bergener den Fløyen für eine kurze Sporteinheit in ihrer Mittagspause.

Weil ich nach dieser Wanderung noch nicht genug gelaufen bin und auch noch ein bisschen mehr von Bergen sehen wollte, machte ich mich noch in die Innenstadt auf. Konstantin hatte leider ein wichtiges Meeting, das sich nicht verschieben ließ. Also startete ich alleine und ließ mich ein bisschen durch die Straßen treiben. Ein richtiges Ziel hatte ich nicht, mir gefiel Bergen aber seither so gut, dass ich noch ein bisschen mehr sehen wollte. Für mich stellt diese Stadt den idealen Kompromiss zwischen Stadt, Bergen und Meer dar. Hier ist für jeden was dabei und die Freizeitaktivitäten könnten nicht vielfältiger sein. Vermutlich werden auch die Mieten und Wohnungspreise entsprechend gesalzen sein, aber zumindest vermute ich, dass man hier auch etwas für sein Geld bekommt im Vergleich zu manch anderer teuren Stadt.

Letztendlich kam ich aus der Innenstadt, in der am Montagnachmittag das Leben pulsiert, über die ruhigeren Hafengegenden zur Festung Bergens. Wenn ich die Infotafeln richtig verstand, war die parkähnliche Anlage zum einen frei zugänglich und zum anderen aber auch noch teilweise in Benutzung vom norwegischen Militär. So fand ich mich zwischen hübschen, mittelalterlich anmutenden Gebäuden und herrschaftlichen Alleen wieder. Hier und da brannte tatsächlich Licht. Das ein oder andere Gebäude war zudem mit zusätzlichen Türen und Zahlenschlössern gesichert und sehr auffällig videoüberwacht. Als mir irgendwann der Stacheldrahtzaun zu hoch und groß wurde, kehrte ich um und lief zu dem Parkplatz, auf dem Konstantin mit Müsli und Lotte standen.

Für die Nacht stellten wir uns am Abend wieder etwas außerhalb von Bergen. Wir hatten einen kleinen Parkplatz in der Nähe eines Seebades gefunden. Allerdings waren wir beide etwas platt, sodass wir hier die Gegend gar nicht genauer erkundeten. Am nächsten Tag wollten wir zuerst für Müsli Futter organisieren und dann nochmals das schönes Wetter bei einer Wanderung ausnutzen.

Eine Antwort auf „Bergen – Zwischen Meer, Stadt und Gipfeln (2/3)“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.