Vom Kanu zum Kahn

Der wolkenverhangene Himmel verhieß nichts Gutes heute morgen, aber bisher hatten wir ja auch unverschämt viel Glück mit dem Wetter. Außerdem wollten wir heute wieder ähnlich viel wegarbeiten wie am Tag zuvor. Da wir hier gestern so herzlich und offen empfangen wurden, beschlossen wir, noch ein, zwei Tage zu bleiben.

Nach dem Frühstück ging es zuerst mit den beiden Sommerhäuschenbewohnern Richtung See, um eine Bootstour über diesen zu unternehmen. Da es ja seither geregnet hatte, schaufelten wir zunächst einige Eimer Wasser aus dem Boot, ehe wir es einigermaßen trockenen Fußes begehen konnten.
Zunächst ruderte Konstantin ein bisschen alleine, dann unterstütze ich ihn. Nachdem wir einige Meter eher im Zickzack über den See ruderten, fielen wir doch recht schnell in einen gleichmäßigen Trott und gleiteten zeitweise recht zügig und vergleichsweise lautlos dahin. Müsli hatte das Boot auch recht schnell erkundet und festgestellt, dass sie auch bei anderen Menschen gestreichelt wird – wir waren offensichtlich beinahe vergessen 😉

Wir vier bzw. fünf hofften darauf, einen Elch zu sehen. Einige Male waren wir daher komplett still und ließen uns treiben. Doch wir hatten leider keinen Erfolg..
Dennoch genossen wir diese ruhige, einsame und doch abwechslungsreiche Atmosphäre, die der bis auf unsere Ruderzüge glatte See ausstrahlte.

Kurz nach unserem Wendemanöver – wir hatten bei Weitem noch nicht das Ende des Sees erreicht – wollte ich auch ausprobieren, wie es sich alleine ruderte. Dabei brauchte ich definitiv mehr Übung, als wenn ich mich nur um ein Ruder kümmern muss. Daher wurde ich nach kurzer Zeit unterstützt, und mit doppelter Frauenpower ging es dann zurück zur Anlegestelle, wo wir durch unsere beiden Lotsen anlegten wie aus dem Lehrbuch (so dachten wir zumindest alle).

Nun hieß es erstmal wieder arbeiten. Nach dem Mittag unternahmen wir aber nochmals zu viert eine kleine Wanderung durch die Wälder der Umgebung, erneut in der großen Hoffnung einen Elch zu sehen. Vermutlich schreckte aber Müsli alle Tiere ab.
Unterwegs kamen wir an vielen schönen Stellen vorbei. Besonders in Erinnerung geblieben ist mit der Fluss, über den eine einfache Holzbrücke spannte und an dessen Ufer hübsche, kleine rote Vogelhäuschen hingen.
Auf dem Rückweg erhaschten wir dann doch noch einen Blick aus der Ferne auf Wild: Wir vermuteten ein Reh am Waldrand, für einen Elch war es doch noch deutlich zu klein. Aber immerhin.

4 Antworten auf „Vom Kanu zum Kahn“

  1. Yeah! So muss Reisen sein: Neues entdecken, tolle Menschen kennenlernen, wunderschöne Natur genießen🏞 und alles gemächlich mit Ruhe genießend!

    Jetzt seid ihr innerhalb so kurzer Zeit Kanu 🛶 und Kahn gefahren, wenn das so weiter geht macht Ihr bald nen Segelschein für die Vendee Globe? 😹

    1. Absolut, auch wenn wir die letzten Tage nicht wirklich auf der Karte vorwärts gekommen sind, hatten wir hier super Gesellschaft, Spaß und dennoch viel neues gesehen und erlebt.

      Konstantin hat auf jeden Fall Lust dazu, aber ich denke, der Segelschein alleine reicht nicht ganz 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.