Sanitär

Durch unsere Lotte wollten wir größtmögliche Freiheit und damit einhergehend möglichst lange autark stehen können, schließlich gibt es vermutlich in Norwegen und Schweden nicht an jeder Ecke eine Ver- und Entsorgungsstation für Camper. Da die ursprüngliche Badausstattung von Carthago eine konventionelle Chemietoilette vorsah, haben wir uns nach Alternativen umgehört und sind dabei auf Trockentrenntoiletten gestoßen.

Diese sind nicht nur umweltfreundlicher, weil zur Zersetzung des Urins und des Feststoffs keine chemischen Zusatzstoffe dazugegeben werden, sondern riechen wohl auch nicht und müssen wesentlich weniger häufig geleert werden. Außerdem ist das Finden einer Entleerungsstätte deutlich einfacher, da keine spezielle Entsorgungsstation für Chemietoiletten benötigt wird. Für uns klingt das nach dem idealen WC für Lotte.

Da wir ursprünglich auch die Duschmöglichkeit, die uns durch einen herausnehmbaren Wasserhahn des Waschbeckens und einem ca. 65l Wassertank + 15l Boiler gegeben war, optimieren wollten, überlegten wir lange hin und her, was wohl die ideale Lösung für ein Bad ist, das nicht mal einen Quadratmeter im Grundriss groß ist. Schlussendlich bestellten wir zunächst nur einen Trenneinsatz und einen dazu passenden Schlauch für die Toilette. Der Rest würde sich dann schon ergeben, getreu dem Motto: “Das entscheiden wir dann spontan”.

Die Fugen der alten Chemietoilette waren relativ zügig gelöst, dann wurde allerdings schnell klar, dass das gesamte Bad aus einem Guß war. Heißt, wir reißen entweder auch das gesamte Waschbecken inklusive Schränkchen und Duschwanne heraus, oder wir versuchen die Toilette vom Rest zu trennen. Wir entschieden uns für Letzteres.
Die Unterkonstruktion für die neue Trenntoilette haben wir mit weißen Pressspanplatten und weiteren Holzresten, die wir zur Aussteifung einklemmten, realisiert. Der Trenneinsatz wurde aufgeschraubt und die neue Toilettenbrille montiert. Damit man den Schlauch, der in den Urintank (12l) unterhalb des WCs führt, nicht sieht, wurde dieser Teil mit zwei Acrylplatten verkleidet. Als Feststoffbehälter dient uns ein handelsüblicher 10l-Eimer des Baumarktes um die Ecke. Neben der Klobrille haben wir einen kleinen Eimer von unten gegen die Platte geschraubt, in der wir das Hamsterstreu / Sägemehl für den Feststoff zwischenlagern.
Zu guter Letzt sind auch hier die Fugen der Toilette wieder mit Dichtmasse verschlossen worden, sodass das Duschen nach wie vor möglich ist (Ja, wir nahmen hier keine weiteren Änderungen vor, da wir nach wie vor keine 1000%-Lösung gefunden haben).

Die erste Probesitzung am Morgen nach der Installation im Halbschlaf ließ uns relativ zügig wach werden. Das, was oben eingefüllt wurde, kam leider nicht im Urintank an, sondern lief geradewegs in die Duschwanne durch.. Haben wir doch glatt vergessen, die Dichtung zwischen Trenneinsatz und Schlauch einzulegen – Anfängerfehler 😉
Mit Dichtung lief es dann richtig, hier waren wir auch clever genug, den Vorgang erst mit Wasser zu testen.

Weil das Entleeren des Urintanks jedes Mal ein größerer Aufwand war, als wir uns ausgedacht haben, konstruierten wir dieses Detail nochmal um. In der ersten Version mussten wir zuerst den Feststoffbehälter heraus nehmen, um dann den Urintank durch die schmale Öffnung der ehemaligen Chemietoilette zu manövrieren. Dabei musste der Schlauch entsprechend lang sein, um ein sicheres Herausnehmen zu gewährleisten. Außerdem funktionierte die Entlüftung des Tanks nicht optimal.
Um diese Probleme zu beheben, versuchten wir mehrere Möglichkeiten, die alle nicht wirklich zufriedenstellend waren.

Schlussendlich entschieden wir uns dafür, den Urintank unter dem Fahrzeugboden anzubringen. Somit können wir diesen leichter entleeren, da er nicht mehr durch die kleine Klappe passen muss, und wir haben gleichzeitig mehr Platz für den Feststoffbehälter. Außerdem konnten wir durch eine gezielte kleine Bohrung an der Oberseite des Tanks eine bessere Entlüftung herstellen, sodass der Urin im Trenneinsatz nicht einstaut.

Unser Fazit zur Trenntoilette: Hätten wir den Einbau etwas strukturierter vorgenommen, hätten wir vermutlich auf Anhieb eine zufriedenstellende Lösung gefunden. Mit der Toilettenart an sich sind wir aber super zufrieden, da man wirklich nichts riecht (wenn alles dicht ist) und die Entsorgung viel einfacher ist als bei der Chemietoilette früher.

Edit 19.08.2021: Wir haben das Bad nun nochmals “renoviert”. Die Wände wurden mit einer Latex-Farbe in leichtem blau gestrichen. Das Waschbecken inklusive Schrank, WC und Duschwanne erhielten einen Anstrich mit weißem Lack. Wir hatten lange Zweifel, ob dieser Lack den Beanspruchungen durch darauf Laufen und der Bewegungen während der Fahrt standhält. Seither sieht das aber gut aus. Die Latex-Farbe an den Wänden ist speziell für feuchte Innenräume gemacht. Wasser perlt besonders gut dran ab.