Lund und Ales stenar

Lund ist uns empfohlen worden. Inzwischen können wir sagen: Zurecht!
Wir sind zur Mittagszeit aufgebrochen. Der Parkplatz hinter dem Bahnhof, den wir uns herausgesucht haben, ist etwas klein für unsere Lotte gewesen, aber auch hier haben wir sie durch manövriert. Zumindest waren wir dann sehr schnell im Zentrum. Leider gab es das uns nahegelegte Mittagsangebot gegenüber vom Bahnhof (Take-away-Pizzeria) nicht mehr, aber wir haben dennoch was zum futtern gefunden.

Um nicht das volle Touristenklischee zu erfüllen, haben wir nach einer Bäckerei Ausschau gehalten, um die über die Landesgrenzen hinaus bekannten Kanelbullar (Zimtschnecken) kosten zu können. Und diese sind wirklich eine andere Hausnummer als in Deutschland. Sehr zu empfehlen!
Auch der Lunds domkyrka (Dom von Lund) kann sich von außen und innen sehr sehen lassen. Ebenso wie die Universität, von der wir aber wahrscheinlich nur Außenstellen gesehen haben. Besonders der alte Flair der Straßen mit viel gemauerten Häusern bei gleichzeitig viel Grün und vor allem vielen Blumen und Blüten hat es uns angetan. Hier könnte man nochmals über Studium nachdenken.

In einer Schweden-Doku zuhause haben wir einer riesigen Steinsetzung gesehen, sozusagen das schwedische Stonehenge, nur etwas ovaler und schiffförmiger als sein Original. Da wir sowieso wieder Richtung Ostseeküste wollten, sollte Ales Stenar bei Kåseberga unser nächstes Ziel werden. Die Zufahrt gestaltete sich etwas nervenaufreibend (Passten wir durch die engen Gässchen?), aber sehr idyllisch. Wir konnten in der ersten Reihe am Hafen parken, aber auch nur wegen 15cm. Fahrzeuge über 6m dürfen nicht in den vorderen Teil des Ortes. Glück gehabt.

Bis zur steinernen Schiffsetzung mussten wir noch einige Meter auf die Hügel wandern, die sich direkt an die Ostsee anschließen. Oben warteten wind- und wetterfeste Kühe auf uns – fast wie zuhause, nur hatten diese Tiere so richtig Fell für Rinder.

Bei Ales Stenar mussten wir aufpassen, dass es unser kleines Müsli nicht wegweht. Dafür hatten wir super blauen Himmel und wunderbares Licht, der doch schon tieferstehenden Sonne. Einer Infotafel entnahmen wir, dass der Steinkreis nicht nur ein Schiff abbilden sollte, sondern auch als riesige Sonnenuhr fungierte.
Dieser Platz war definitiv einen Abstecher wert!

Zwischen Turning Torso und Väderkvarn

Tatsächlich interessierte mich Malmö doch noch etwas mehr als ein Einkaufzentrum, zwei Supermärkte und die große Ringstraße. Also suchte ich nach einer Buslinie, um nochmals in die Stadt zukommen. Weil das Wetter so schön war und ich JETZT was sehen wollte, verwarf ich die Suche recht schnell und konzentrierte mich auf Parkplätze im Zentrum. In etwa mittig zwischen dem Turning Torso und dem Malmöhus wurde ich in Strandnähe fündig.

Wir fuhren etwa 20 Minuten, wobei wir gefühlt alle 100m einen Kreisverkehr überquerten und alle 50m eine Bodenwelle vor Füßgängerüberwegen passierten. Verkehrsberuhigung bei dennoch flüssiger Verkehrsführung können die Schweden!
Der Parkplatz wurde via App und Kreditkarte bezahlt und – was wir erst im nachhinein herausgefunden hatten – minutengenau abgerechnet, nicht wie in Deutschland üblich pro angefangene Stunde. Aber vielleicht sind wir dazu auch zu viel Landei.. 😉

Müsli war schon sehr aufgeregt, um an das vermutlich neueste Wahrzeichen Malmös, den Turning Torso, zugelangen. Wir fanden, von der Ferne sah es großer aus, aber dennoch beeindruckt es vor einem Gebäude zu stehen, das sich um 90° um die eigene Achse „dreht“ und etwa 190m hoch ist. Fast noch mehr beeindruckt hat uns das Viertel, das darum gerade entsteht: Hübsche mehrgeschossige Wohnblocks in Abwechslung mit sauberen und einladenden Parkanlagen.

Ich wollte als Kontrast zu dieser Moderne noch die Altstadt sehen. Leider waren die Wege in Malmö doch etwas weitläufiger als auf der Karte angenommen und Müsli durch die vielen neuen Gerüche und Eindrücke müder als wir dachten, daher liefen wir „nur“ in den großen Park Malmös, den Slottsparken. Dort machten wir im Schatten bei einer Windmühle (Väderkvarn) ein wenig Pause und beobachteten die hin und her eilenden Menschen.

Auf dem Rückweg zur Lotte kamen wir am Hundespielplatz Malmös vorbei. Den Agilityteil konnten wir natürlich nicht auslassen, dafür hat hund wohl immer ein bisschen Restkraft übrig. Kurz durch den Tunnel und über die Rampe spaziert, ein paar Leckerlis abgestaubt und dann aber schnell heim, um den Durst zu löschen und die Akkus wieder zu füllen.

Wir verließen Malmö, um auf unseren nächsten Stellplatz kurz vor Lund bei einer schönen Kirche und einer archäologischen Stätte zu fahren.

Die Suche nach dem lieben Netz

Die Sonne kitzelte uns das erste Mal in Schweden wach. Also raus aus dem Bett, kurz gefrühstückt und dann mit Müsli den Strand entlang gewandert. Kaum waren wir wieder bei der Lotte fing es an zu regnen – kurz und heftig. Wir hielten die Luft an: War unsere Abdichterei dieses Mal erfolgreich?
Es schien so, zumindest blieb die Decke dieses Mal trocken.

Als Konstantin dann mit seiner Arbeit starten wollte, meldete sich der Router zu Wort: Ab sofort wird mit reduzierter Geschwindigkeit gesurft. Ach ja, da war ja was..
Heute ist Sonntag – wo sollen wir jetzt eine Prepaid-Karte herbekommen? Laut den Öffnungszeiten im Internet sollte der Laden um die Ecke offen sein, versuchen wir es.
Und tatsächlich: In Schweden haben die meisten Läden jeden Tag auf.

Also los, uns standen drei Karten zur Auswahl. Leider nicht die, die wir uns in Deutschland rausgesucht haben. Dazu muss man sagen, dass mobile Daten in Schweden nochmals teurer sind als in Deutschland und man als Tourist ohne Sozialversicherungsnummer in Schweden nur sehr schwer an ordentliche Verträge kommt. Prepaid-SIM-Karten können dagegen einfacher gekauft werden – wenn man nur etwas Schwedisch verstünde.
Wir entschieden uns also für die, die scheinbar das beste Preis-Leistungsverhältnis hat.

Im Router eingelegt passierte erstmal nichts. Es konnte keine Verbindung hergestellt werden. Wir konnten die Karte außerdem nicht registrieren oder aktivieren. Möglicherweise konnte uns ein Laden dieses Anbieters weiterhelfen. Bei dieser Recherche stoßen wir außerdem noch auf attraktivere Angebote, die wir zuhause gar nicht gefunden haben.
Wir fanden einen Händler in einem Einkaufzentrum in Malmö, der uns helfen würde. Auch wenn es eigentlich die falsche Richtung unserer Route war, fuhren wir hin. Ohne Internet konnten wir schließlich nicht arbeiten.

Bei der Ankunft im Laden wurde uns empfohlen, eine andere Karte zu besorgen, die nur halb so teuer ist und etwas mehr Datenvolumen zur Verfügung stehen. Leider konnte er uns aber mit unserer Karte nicht weiterhelfen, da diese wohl von der Konkurrenz war.
Der Verkäufer war dabei aber so freundlich, dass wir fast ein schlechtes Gewissen hatten als wir wieder gegangen sind. Dennoch wollten wir als Schwaben natürlich diese andere Karte suchen.

Damit ging die Irrfahrt los: Uns wurden zuerst einige Läden in dem Einkaufszentrum genannt, von denen leider keiner die Karte vertrieb. Dann versuchten wir es auf den Hinweis eines Mitarbeiters hin in der Innenstadt. Auf telefonische Nachfrage, wären hier wohl derartige Karten verfügbar. Gar nicht so einfach mit der großen Lotte hier einen Parkplatz zu finden, nur um dann festzustellen, dass es ein Missverständnis war. Aber ein anderer Laden am Stadtrand könnte die Karte haben. Das sollte unser letzter Versuch sein.
Und auch hier: Fehlanzeige.

Also suchten wir einen Laden, der uns mit unserer Karte helfen konnte – der befand sich doch tatsächlich wieder in dem Einkaufzentrum von heute morgen..
Die sehr freundliche Mitarbeiterin konnte uns die Karte aktivieren und wir konnten die ersten 60GB draufladen. Nun klappte auch endlich die Verbindung!
Ob wir den Anbieter nochmals wechseln haben wir zunächst zurückgestellt. Mal sehen, wie weit wir mit der Karte kommen.

Etwas platt von dem Hin und Her fuhren wir an einen Stellplatz an der Ostsee nördlich von Malmö. Vielleicht wollten wir uns die Stadt doch noch an einem anderen Tag ansehen. Vielleicht wollten wir aber auch direkt nach Lund weiter.
Der Blick dort von Malmö über die Öresundbrücke bis nach Kopenhagen und der Sonnenuntergang machten das Gerenne über den Tag aber wieder wett.

Mit Robin Hood nach Schweden

Der Check-In für Lotte auf der MS Robin Hood funktionierte einwandfrei – solange man die Nerven behielt, dass jeder Barcodescanner erst auf das zweite Scannen Schranken öffnete und Ampeln grün schaltete. Auf Platz zwei (auf den Fersen der Tigerente) durften wir aufs Schiff und parkten uns quer zwischen etlichen LKW-Aufliegern ohne LKW. Wie und wann wir da wohl wieder rauskamen?

Naja, erstmal Müsli, unsere Laptops und natürlich ausreichend Futter für die Kleine gepackt und unser Zimmer angeschaut. Klein, aber fein und sehr sauber – und vor allem ruhig (man hätte nicht vermuten können, dass wir auf einem Schiff sind: weder Motorengeräusche noch Wellengang; Zugfahrten sind da wesentlich unruhiger). Als es dann pünktlich um 10.00 Uhr tatsächlich losging, schauten wir uns Travemünde von der Ostsee aus an.

Die Überfahrt verbrachten wir entweder arbeitend oder die Sonne genießend auf Deck. Sicherlich ließen wir aber hier die letzte Chance auf eine richtige Dusche nicht aus 😉
Müsli wollte sich auch die Sauna auf Deck 9 näher ansehen, diese war aber leider gerade geschlossen.

Um 18.45 Uhr kamen wir in Trelleborg (Schweden) an. Als die Durchsage ertönte, dass sich die Passagiere mit Fahrzeug zu diesen begeben sollten, kam leichte Panik auf: Welches der drei Decks war nochmals das mit Lotte? Waren wir wirklich so weit unten? Fuhren wir nicht AUF das Schiff?
Als wir dann alle möglichen Decks kurz „durchsucht“ hatten, waren wir bei Deck 5 fündig. Da steht sie noch, unsere Lotte.

Während des Wartens auf das Zeichen zur Rausfahrt tauschten wir noch Kontakte zu zwei anderen Campern aus: die Fahrer aus der Tigerente (VW Bus mit entsprechender Folierung) und ein junges Pärchen aus einem sehr schicken grünen Camper-Geländewagen. Dann gings auch schon los.
Kurz wenden, und dann – wer hätte das gedacht – durch den vorderen Teil des Schiffs aufs Land.

Vor dem Zollhäuschen nochmals kurz Hektik: Haben wir die Pässe, den Ausweis von Müsli und vor allem unsere Testergebnisse?
Aber dann ging die Schranke automatisch auf, und da waren wir auch schon in Schweden. Das Abenteuer konnte beginnen.

Unseren Stellplatz für diese Nacht haben wir etwa 10km östlich von Trelleborg gewählt – direkt am Meer. Aber wir waren nicht die einzigen, auch die Tigerente folgte uns. So konnten wir dort nochmals in Ruhe quatschen.

Lotte on tour de Deutschland

Wir hatten nun noch 6 Tage bis unsere Fähre von Travemünde nach Trelleborg starten sollte. Zuerst fuhren wir zu meinen Eltern und meinem Bruder und Freundin, um uns zu verabschieden. Auf dem Weg zu Konstantin Familie machten wir einen kurzen Zwischenstopp in unserem tatsächlichem Büro. Da hier aber einige bekanntermaßen im Homeoffice waren, verteilten wir kurz unsere „Verabschiedungen“ und sichteten nochmals interne Post.

Auf dem Weg zum Elternhaus von Konstantin fing es bereits an, stark zu regnen. Super, dachten wir, dann können wir unsere Dichtung von vergangener Woche nochmals testen. Zwei Stunden später war die Laune nicht mehr so hocherfreut: Wie bereits vor unseren Maßnahmen war im hinteren Bereich ein weiter Teil der Decke tropfend nass. Kummer gewohnt, gingen wir erstmal Abendessen. Als der Regen abends nochmals nachließ, sahen wir uns unsere Arbeit auf dem Dach an: Tatsächlich sah alles soweit gut aus. Aber woher kam dann das Wasser?
Eine Vermutung hatten wir noch (auch letztens schon beim Abdichten): Der Kamin ließ sich leicht hin und her bewegen, vermutlich ist hier eine Undichtigkeit. Ein Versuch war es wert. Also trockneten wir den Bereich um den Kamin bestmöglich ab, und klebten im Dunklen drauf los.

Am nächsten Morgen war es natürlich nicht unbedingt besser, weshalb wir nochmals aufs Dach gingen. Der Regen hatte inzwischen aufgehört. Nun versuchten wir es mit Sikaflex – helf, was helfen mag! Bei dieser Aktion zogen wir auch nochmals andere Fugen nach, die eigentlich noch gut aussahen.

Wenige Stunden später brachen wir zu unserem ersten Zwischenstopp bei Darmstadt auf. Hier konnten wir bei Verwandten von Konstantin (in einem Landkreis mit ohnehin vergleichsweise niedriger Inzidenz) über Nacht stehen. Müsli kam dabei nochmals zu einer Spieleinheit mit Jule und schlief danach tief und fest. Auch für diese Gastfreundschaft herzlichen Dank!
Den zweiten Halt machten wir im Landkreis Goslar. Hier lag die Inzidenz schon länger in einem niedrigen Bereich, weshalb Ausgangssperren kein Thema mehr waren. Uns kam das auf einem Rastplatz an der Autobahn sehr gelegen. Kontakte haben wir natürlich nach wie vor vermieden.

Freitags in Travemünde angekommen, war alles schon etwas anders für uns: Geschäfte hatten fast normal offen, nur die Maskenpflicht erinnerte auf den ersten Blick noch an die Pandemie. Für die Einreise nach Schweden ließen wir uns testen und bereiten uns und Müsli (vorratstechnisch) auf Skandinavien vor.
Wir sind gerüstet, die Fähre kann kommen!

Heiße Phase

In der letzten Woche bevor wir nach Schweden aufbrechen wollten, kam alles nochmals Schlag auf Schlag: Lotte wollte abgedichtet und tatsächlich auch nochmals gewartet werden, wir mussten uns um die korrekte Einreise in Schweden für uns (negative Coronatests) und Müsli (Anmeldung beim Zoll) kümmern, die Fahrt in den Norden Deutschlands (in dem es nach wie vor überwiegend Ausgangssperren gab) planen und die Fähre buchen.

Aber eins nach dem anderen: Dank sehr guten Freunden hatten wir die Möglichkeit, uns in eine Halle zu stellen und Lotte nochmals richtig ordentlich abzudichten, solange es draußen stürmte und regnete. Das konnten wir also abhaken – dachten wir zumindest. Am Abend bevor wir gen Norden aufbrachen, war wieder alles nass. Dazu später mehr.

Man mag es kaum glauben, hatten wir doch soo viel Zeit uns und Lotte ordentlich auf die lange Reise, von der wir uns mehrere 1000km Strecke versprachen, vorzubereiten: Und doch schafften wir es, in der letzten Woche noch die Zahnriemen wechseln und letzte Feinheiten reparieren zu lassen. Ebenso wie die Ummeldung, die wir auch schon eine ganze Weile vor uns her schoben. Da wir unsere Wohnungen gekündigt haben, mussten wir wieder bei unseren Eltern einziehen und somit ist das die korrekte Adresse des Halters. Aber auch dafür bekamen wir in letzter Minute sozusagen einen Termin beim Zulassungsamt.

Um auch nichts auszulassen, war dann ab dem Donnerstag vor unserer Abreise die Priorisierung von AstraZeneca-Impfdosen aufgehoben worden. Da wir schon länger beim Hausarzt angefragt hatten, falls Impfdosen übrig wären, waren wir bei den ersten dabei, die AstraZeneca bekommen hatten. Die Impfung haben wir mittags verabreicht bekommen – abends fing es an: Auch wir als im Saft des Lebens Stehende konnten der Impfreaktion nicht ganz entkommen, aber im Nachhinein betrachtet ist es das auf jeden Fall wert und halb so wild. Zumal man an jeder Ecke gesagt bekommt, dass die Impfreaktion gut ist und der Körper somit besser immunisiert ist. Dennoch fielen wir einen Tag aus.

Am darauffolgenden Tag richteten wir noch die Toilette, sodass wir hier nun keine Schwierigkeiten mehr bekommen würden. Wir klebten die Solaranlagen nochmals nach und putzen Lotte ein letztes Mal, sodass sie bei den Verabschiedungen von unseren Familien auch gut aussah.
Unseren Freunden konnten wir hauptsächlich nur über Videotelefonate „Bis bald!“ sagen. Aber wir nehmen euch ja doch immer mit uns mit!

Alpha- und Betaphase

Alphaphase: Nachdem wir Schritt für Schritt Lotte für unsere Ansprüche und Wünsche umgebaut haben, die Wohnungen gekündigt haben, aber noch im Corona-Lockdown festsaßen, blieb uns nichts anderes übrig als die richtig rauen Seiten des Camperlebens kennen zu lernen. Wir stellten uns – allen Gefahren zum Trotz – abwechselnd bei Konstantins und meinen Eltern auf die privaten Hofflächen. Dabei versuchten wir von Anfang an den Strom ausschließlich über unsere Solaranlage und die Batterie zu verwenden, was sehr gut gelang. Lediglich bei der Dusche machten wir ab und an noch eine Ausnahme – war es doch zu verlockend, wenn warmes Wasser und ausreichend viel Duschplatz nur wenige Meter neben uns warteten.

Als im Frühjahr 2021 in Baden-Württemberg und Bayern für wenige Tage leichte Lockerungen in Kraft traten, wagten wir den ersten Schritt in Richtung Autarkie und stellten uns auf den (Privat-) Parkplatz des Ingenieurbüros, für das Konstantin zu der Zeit tätig war. Hier lernten wir dann einigermaßen mit dem Wasser zu haushalten und nutzen auch unser Bad.

Leider folgte auf diese Zeit erneut eine Verschärfung des Lockdowns, weshalb wir wieder zu unseren Eltern auf die Hofflächen zogen.

Betaphase: Wir kannten nun auch wirklich jeden Kieselstein im Hof der Eltern, sodass wir unsere Kollegin, deren Familie einen großen Hof besitzt, fragten, ob wir so 12,5m² Fläche beanspruchen könnten, bis wir hoffentlich endlich wirklich loskönnen. Das Schicksal war mit uns und sie organisierte uns einen wunderbaren Platz in Oberdischingen (auf Privatgrund). Die Zeit dort konnten wir drei besonders genießen, nicht nur weil nun die ersten Tage im Jahr kamen, die beinahe schon sommerlich waren. Für Müsli war es schön, weil es hier viele wunderbare Hunde gab, mit der sie toben konnte. An der Stelle sei Fire, Hank, Ivy, Emma, Nala und ganz besonders Holly gedankt (und natürlich den jeweiligen Frauchens und Herrchens)!

Für Konstantin und mich war es eine schöne Zeit, weil wir einen neuen Ort kennenlernen konnten, und bereits eine erste Vorahnung bekamen, auf was wir uns da einlassen würden. Außerdem genossen wir die Zeit, bei so wunderbaren Menschen zu Gast sein zu dürfen. Danke auch dafür!
Und das Tüpfelchen auf den I war dann sicherlich die Erkenntnis eines Sonntagmorgens, dass Schweden wohl den Tourismus für Camper wieder weitestgehend aufmacht.
Das klang nach dem Startschuss unseres Lotterlebens.

Sicherlich war es ein Rückschlag, dass am selben Tag das Dach der halben Lotte innen nass war, weil es den ganzen Tag geregnet hat. Aber Abdichtmaterial war ja schnell bestellt. Einige Tage hatten wir auch noch Zeit, schließlich mussten wir uns noch informieren, ob Schweden tatsächlich die Chance für uns ist.