Ein paar Tage Stockholm

Ab Mittwoch Mittag waren wir für einige Tage in Stockholm. Wir haben einen Parkplatz gefunden, der zwar Parkgebühren kostete, dafür aber recht gut gelegen war. Die Metro war mehr oder weniger gegenüber (mit 4-5 Stationen war man im Zentrum Stockholms) und auf der anderen Seite konnte man an den Ufern des Sees bzw. der Ostsee recht schnell Ruhe finden. Lediglich die Abschlussfeiern der angrenzenden Schule „störten“ tagsüber ein bisschen, weil einfach viel los war. Aber diese jungen Leute feiern ja schließlich auch nur einmal Schulabschluss.

Da wir in den letzten Tagen auch noch einiges arbeiten mussten, sahen wir uns Stockholm meist nur in der Mittagspause oder abends an. Besonders schön sei wohl der Stadtteil oder vielmehr die Insel „Gamla Stan“, auf der sich die Altstadt Stockholms mitsamt dem königlichen Palast, der Nobelpreishalle und diversen Kirchen befindet. Leider war der Palast und die vorgelagerte Kirche derzeit in einer Umbauphase, sodass der Palast-Teil um den Hof und die Kirche vollkommen in Bauplane eingehüllt war. Aber die restlichen Seiten des Palastes beeindruckten uns ebenfalls.
Auch den Charme des Platzes „Stortorget“ vor dem Nobelmuseum empfanden wir als sehr besonders und verweilten daher dort besonders lange. An den bunten Häusern und engen Gässchen der Altstadt konnten wir uns kaum satt sehen.

Im Stadtteil „Kungsholmen“ besuchten wir das „Stadshus“, das zwar erst Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet, aber im Stil der Renaissance gestaltet worden ist. Der enorme Turm faszinierte uns mindestens ebenso sehr wie der Flair im Innenhof dieses Stadthauses: Durch einen alten, großen Baum und Efeu kam etwas Grün als Kontrast zum roten Mauerwerk dazu und der Blick durch das Gewölbe über das Wasser bis zu gegenüberliegenden Insel hatten etwas einzigartiges.

Ein klassisch schwedisches Essen (abgesehen von Kottbullar) wollten wir hier ebenfalls probieren. So kam es, dass wir uns zunächst (leicht überteuerte, aber dennoch leckere) „Chokladbollar“ (eine Art Schaumkuss mit Marzipanboden) gönnten und etwas später auch ein Abendessen neben dem Regierungsgebäude in einem Restaurant, dass einfache und traditionelle Gerichte serviert. Dabei darf Fisch natürlich nicht zu kurz kommen und es gab einen Schrimps-Sandwich und einen Lachssalat. Wirklich sehr zu empfehlen!

Am Samstag brachen wir nach einer typischen Touri-Sightseeing-Bootstour um die wesentlichen Inseln Stockholms wieder auf und suchten etwas Ruhe in Richtung Küste.

Nyköping – Schwedens eigentliche Hauptstadt

Den Montag verbrachten wir – wie vorgewarnt – in Badeplatznähe an der Landzunge bei Oxelösund. Zuerst arbeitend, dann wandernd. Schwimmen war leider nicht so ganz, weil an den schönen Ecken nachmittags der Wind das Meer ganz schön aufbauschte und an den ruhigen Ecken zu viel Dreck (Blütenstaub, Algen etc.) angeschwemmt worden war. Wir beschränkten uns daher auf eine im Wald wegen Stechmücken zügige und am Meer genießende Runde um die Landzunge. Müsli kam auf ihre Kosten, weil sie wohl dachte, das Meer wolle zum Spiel auffordern; Ich, weil ich nochmals klettern konnte und Konstantin war das noch nicht genug, und ging daher im Anschluss noch eine Runde laufen.

Am nächsten Tag brachen wir (ebenfalls nach einem arbeitsreichen Tag) auf Richtung Großraum Stockholm. Auf dem Weg dorthin hatten wir einen Übernachtungsplatz auf halber Strecke ausgesucht. Außerdem ist uns Nyköping (das k wird dabei eher wie ein chj gesprochen) empfohlen worden. Vor vielen Jahren (in etwa noch weit vor dem Mittelalter) war diese Stadt (köping bedeutet soviel wie Markt-/Handelsplatz) wohl eine Art Hauptstadt Schwedens gewesen – bis sie einige Male niederbrannte und eingenommen worden ist.
Wir sahen uns das Nyköpinghus an und flanierten an der Flusspromenade zurück Richtung Strandpromenade.

Unser Schlafplatz lag bei Vagnhärad in der Nähe des Tullgarns Slotts, einem stattlichem Schloss an einem Arm der Ostsee mit ebenso stattlichem Garten und Parkplatz. Auch hier genossen wir erst einmal die Ruhe: Müsli und ich an einem kleinen Steg rechts vom Schloss, Konstantin und seine Angel an einem weiteren Steg links vom Schloss.
In den folgenden Tagen sollte es dann nach Stockholm gehen, auch wenn wir noch nicht genau wissen, wo und wie wir die Lotte dort parken sollen und wie lange wir hier bleiben möchten. Doch wenn man schon einmal in Schweden ist und alle Möglichkeiten dazu hat, sollte man die Hauptstadt wohl nicht auslassen.

Zurück zur Ostsee

Am Morgen des schwedischen Nationalfeiertags sahen wir uns nach dem Frühstück noch das Naturschutzgebiet, das an unseren Parkplatz am Roxen anschloss, an. Am Aussichtspunkt trafen wir zwei Schwedinnen, die die Vögel beobachten. Sie erklärten uns, welche tollen Vögel wir wohl in Deutschland haben und wie viel schöner es dort im Vergleich zu Schweden sei. Wir sehen das zwar eher umgekehrt (wobei wir bei den Vögeln wohl keine qualifizierte Meinung abgeben können), haben noch ein interessantes Gespräch über die Grenzen Norwegens (hinsichtlich Corona und allgemein) und verabschieden uns dann, weil die Stechmücken uns hier aufzufressen scheinen.

Eigentlich wollten wir Norrköping anschauen, da ich dann aber im Internet außer unterschiedlichsten Museen keine wirklichen Ecken fand, die es sich so richtig anzuschauen lohnte (und dazu kommt die Parkplatzsuche, das Herumgeirre und -fahre mit Lotte durch die teilweise schmalen Straßen der großen Städte, etc.), entschieden wir uns dafür, nur durch Norrköping zu fahren. Und als hätte man die Route extra so geplant, kamen wir tatsächlich an dem einzigen Gebäude vorbei, wegen dessen ich zuvor noch am längsten unentschlossen war: Das heutige Museum für Arbeit (arbetets museum), das in Bügeleisenform gebaut worden ist.

Wir hatten uns am Abend zuvor einen Parkplatz an einer Landzunge mit viel Wald, Fels und Wasser ausgesucht, von dem aus man auch Zugang zu diversen Badestellen hatte. Dieses Mal wieder in der Ostsee – allerdings ist hier der Salzgehalt inzwischen so niedrig, dass man es kaum noch schmeckt.
Als wir nachmittags ankamen, wurde zunächst eine Erkundungsrunde um die Landzunge gedreht. Es stellte sich heraus, das hier früher einmal eine Art Verteidigungsanlage stand, die unterirdisch mit bis zu 3km langen Gängen verbunden war. Am östlichen Rand der Landzunge (also Richtung Meer) wurde es teilweise ziemlich felsig, sodass ich die Gelegenheit nutzte, um einige Felsen hinauf und hinunter zu klettern. Man konnte kaum glauben, dass so viel Natur doch noch so einfach erreichbar ist, war unser Parkplatz doch nur wenige Gehminuten entfernt.
Weil man noch nicht genug hatte, schauten wir uns auch das Naturreservat, das südlich ins Landesinnere anschloss.

Abends, als die vielen einheimischen Besucher die Heimreise antraten, genehmigten wir uns noch ein Bad in der Ostsee. Ich hatte das Gefühl, dass sie wärmer war als der Vänern – aber das ist vermutlich nur Einbildung, zumal die geologischen und physikalischen Aspekte eher dagegen als dafür sprechen.
Als wir uns im Abendlicht trocknen ließen, kam Malte (ein wunderschöner weißer Schnauzer, mit dem Müsli etwas spielen konnte) mit seiner Familie. Mit ihnen kamen wir ebenfalls wieder etwas ins Reden, über unsere Reise, über Schweden, natürlich auch über Corona, über die Natur, die Großraumwetterlagen und auch über Stechmücken.. Kurz zusammengefasst: Der Norden wird eher noch wärmer, noch mehr Mücken („Fahrt lieber erst im Herbst dort hin“).

Für den nächsten Tag wollten wir auch nochmals hier stehen bleiben. Erst etwas arbeiten, dann vielleicht nochmal an das östliche Ende schauen und den späten Nachmittag mit Klettern, Nichtstun und Schwimmen enden lassen.

Und noch mehr Schleusen

Wie gestern schon vermutet, haben wir unseren beinahe perfekten Platz am Ostufer des Viken heute morgen verlassen. Die Mücken scheinen über Nacht nicht müde geworden zu sein..
Wenige Minuten vor unserer Abreise kam auch noch ein weiterer Camper, der dann ganz vorfreudig auf unseren 1a-Stellplatz wartete. Wir drücken ihm die Daumen, dass die Mücken an menschlichem Blut inzwischen schon genug haben.

Unsere Reise führte uns am Vättern vorbei. Wir ließen tatsächlich die Must-see-Orte Motala und Karlsborg/Rödesund aus. Letztes nutzen wir lediglich zum Wasser nachtanken. Unser Tagesziel war Berg in der Nähe von Linköping. Hier reiten sich wohl stolze 8 Schleusenkammern aneinander, um zusammen mit 2×3 weiteren Stufen insgesamt knapp 50m Höhenunterschied zwischen den Seen Boren und Roxen (Mündung bei Berg) zu überbrücken.
Nicht nur uns, sondern auch Müsli war es warm, daher versuchten wir sie zu einem kurzen Bad im Roxen zu überreden. Zunächst etwas zögerlich, dann aber doch eher tiefenentspannt stellte sie sich in die Fluten und genoss die Abkühlung.

Da wir etwas außerhalb auf einem Parkplatz parkten, der leider keine Bäume hatte, war Lotte gut aufgeheizt, als wir zurück kamen. Wir temperierten uns kurz und beschlossen dann nochmals wenige Minuten weiter zufahren, um dort evtl. ebenfalls ein Bad nehmen zu können. Weil uns dort dann bereits ein großer Baum mit Schatten begrüßte, ließen wir den Tag so bei leckerem Essen aus unserem „Gasbackofen*“ ausklingen. Baden gingen wir nicht mehr, weil hier wohl ein Naturreservat zwischen unserem Parkplatz und dem See liegt.

Verhaltensgestörte Möven in Sjötorp

Wir verließen um die Mittagszeit (nach den letzten Meetings vor dem Wochenende) unseren Stellplatz bei Kristinehamn Richtung Göta Kanal und See Viken. In Sjötorp, einem beschaulichen Dorf an den Ufern des Vänern, liegt die Mündung des Göta-Kanals in den Vänern. Dort überbrücken den Höhenunterschied von 20m insgesamt 8 Schleußen. Wir haben dabei vor allem die ersten drei angeschaut, die direkt am Rande des Vänern liegen.

Nach kurzer Parkplatzsuche (hier gibt es doch tatsächlich kostenpflichtige Parkplätze neben kostenlosen, auf denen man die gleichen Vor- und Nachteile hat..) kamen wir beinahe wie gerufen. In der obersten Schleuse waren gerade drei Segelschiffe, die ihre Schiffe an den Schleusenwänden vertauten. Wenige Augenblicke später ist das Wasser in die Schleusenkammer darunter abgelassen worden und die drei Segler (mit Besatzung) konnten etwa 10m weiter Richtung Vänern rücken. Zuerst setzte sich das Größte davon in Gange, dann folgten die Kleineren. Auch die mittlere Schleuse wurde passiert und die Schiffe in ein Hafenbecken, an dem es auch Campingangebot für Boote gab (Frischwasser, Strom etc.) entlassen.

Nachdem die zahlreichen Zuschauer weiter Richtung See strömten, dachten wir uns, dass die Massenintelligenz ja vielleicht auch manchmal Recht haben könnte, und liefen hinterher. Und tatsächlich: Eine Schleuse galt es noch zu überwinden, ehe man im Vänern vor sich hin schippern konnte.

Wir liefen über die inzwischen wieder geschlossenen Schleusenklappen auf die andere Seite des Kanals und sahen uns den oberen Wartebereich vor den drei Schleusen an. Auf dem Rückweg zu Lotte konnten wir noch eine weitere Besonderheit miterleben: Die Straßenbrücke wurde zur Seite gedreht, um ein weiteres Segelboot in die erste Schleusenkammer fahren zu lassen.

Weiter unten wurden wir dann noch von eher aggressiven Möven aus dem Nichts (wir hatten nicht mal ansatzweise etwas zu Essen dabei) angegriffen. Zuerst kam ein extrem lauter Schrei, dann ein Sturzflug auf uns, wobei nur kurz über unseren Köpfen abgebremst wurde. Wir überlebten knapp, aber Müsli kann vermutlich bis heute nicht einordnen, was da wohl los war.

Nach einem Eis ging es weiter zum Viken, wo wir in der Nähe von Beateberg einen ruhigen Platz am Ostufer des Sees fanden. Hier konnten wir ebenfalls einen hübschen Sonnenuntergang beobachten (wir vermuten, dass die in Schweden wahrscheinlich zum Tourismusprogramm gehören), ehe wir von Stechmücken dermaßen attackiert worden sind, dass wir Schutz in der Lotte suchten. Hier würden wir wohl doch nicht alt werden, und eher schon morgen als übermorgen weiterziehen.

Kippendes Wasser

Hallihallo, nachdem ich mich nun schon ganz schön lange vorm Blog schreiben drücken konnte und Katrin euch fleißig mit den neusten Infos, schönsten Geschichten und Bildern versorgt hatte, hau ich jetzt doch auch mal in die Tasten. Es sei schon mal vor vielen Rechtschreibfehlern gewarnt.

Wir stehen mittlerweile auf der anderen Seite des Vänerns, wiederum am Ufer, denn seit meinen ersten Angelerfahrungen ist Nähe zum Wasser ein wichtiges Kriterium für die Wahl des Stellplatz („muss“ ja zwei hungrige Bäuche ernähren…).

Auf dem Weg hierher, passierten wir Karlstad, eine der größeren Städte hier am See – diese Gelegenheit wollten wir nutzen, um einige Dinge zu erledigen, die die letzten Tage aufgrund von Arbeit und Chillung liegen geblieben sind, dazu gleich mehr.

Frischwassergate

Gestern Abend fiel uns auf, dass das „Leitungswasser“ in der Lotte nicht mehr all zu gut schmeckte. Vielleicht ist der Tank etwas verunreinigt, für den gestrigen Abend und heute sollte abgekochtes Wasser genügen, aber noch am Morgen wurde eine umgehende und gründliche Tankreinigung auf einem nahegelegenen Campingplatz durchgeführt. Neben etlichen Gießkannen-Gängen zum Wasserhahn wurde kurzerhand ein neues Reinigungskonzept entwickelt, welches sich derzeit mit positiven ersten Ergebnissen in der Erprobung befindet. Das Wasser schmeckt wieder fresh und kann guten Gewissens und per Soda Stream gepimpt genossen werden.

Wir haben länger nicht mehr von Innen Wasser getankt, die Handgriffe sitzen aber dennoch und der Wassertank ist in kürzester Zeit wieder frisch.

Camper-„Alltag“

Task1 – Internetz:
Unser schwedischer Internetanbieter (Halebop) hat zurzeit ein verlockendes Angebot von 30 Tage unbegrenzt LTE für nur 30€, derzeit Zahlen wir noch 40€ für 60GB. Es ist aber alles andere als einfach als Tourist an solche Angebote zu kommen. In Schweden kann man SIM-Karten ohne Registrierung auf eine Person kaufen und nutzen, so auch unsere Prepaid-SIM. Die Registrierung (Zuordnung auf eine Person) geschieht dann durch die schwedische BankID. Da wir (noch) keine schwedischen Staatsbürger sind, haben wir weder eine Sozialversicherungsnummer noch eine BankID. Deshalb klappern wir nun Laden für Laden des Funkanbieters ab, in der Hoffnung, dass uns einer hier weiterhelfen kann – leider in Karlstad noch ohne Erfolg.
Task2 – Hundemampf:
Hundefutter für den Müslinger organisieren. In einem netten kleinen Zoomarkt ließen wir uns ausgiebig beraten, um uns anschließend für Lachs zu entscheiden (wenn ich schon keinen für uns fange, so soll doch wenigstens Müsli was Regionales haben). Außerdem bestätigte uns der Verkäufer, dass die Corona-Zahlen hier in Schweden tatsächlich zurzeit rapid sinken, ein echter Lichtblick für unsere Norwegentour! Der derzeit angegebenen Inzidenz von 13,5 trauen wir aber immer noch nicht, irgendwie werden die Daten hier nicht konstant sondern immer nur alle paar Tage erhoben oder veröffentlicht.

Servogate

Schon einige Tage begleitet uns Lotte mit einem freundlichen aber beherzten Surren beim Lenken. Das fällt zwar während der Fahrt kaum auf, aber beim Rangieren auf den Stellplätzen muss man so Lottes Alter nicht mehr erklären. Zur Sicherheit sind wir mal zu VW in Karlstad gefahren, um sich das ganze ansehen zu lassen. Nach einem kurzen Akustik-Check bestätigte uns der Mechaniker, dass die Servo-Pumpe eigentlich nicht so zu klingen hat. Allerdings würde die Reparatur derzeit ca. 2 Wochen dauern aufgrund von Schwierigkeiten bei der Ersatzteil-Lieferung (erneut, Lottes Alter + Pandemie). Uns wurde eine andere (freie) Werkstatt empfohlen, die ggf. schneller an gebrauchte Ersatzteile kommen oder eben nicht Erstausrüsterqualität verbauen könne. Aber auch dieser Herr konnte uns frühestens in zwei Wochen helfen. War aber zuversichtlich, dass wir damit noch nach Stockholm kommen und im schlimmsten Fall würden wir halt unsere Arme trainieren. Tatsächlich haben wir noch kein Fitnessbereich in der Lotte eingerichtet, das wäre ja dann eine Option…

Ich glaube, es geht um das silbrige Teil zwischen Motor und Luftfilterkasten, unterhalb der liebevoll angeknabberten Dämmung

Im Coop Kok gabs dann noch unser erstes schwedisches Menü, irgendwas mit Hackfleisch, Kraut, Kartoffeln, Preiselbeere und der leckeren Köttbullar Soße und im ICA Maxi einen kleinen Wocheneinkauf.

Jetzt stehen wir an beschriebener Stelle, tippseln an unsern Laptops, werfen nachher noch ein paar Angelrouten durchs Schilff und essen am Abend frisches Hechtfilet.

Mit 47cm gut über den Mindestmaß von 40cm zum Entnehmen aus dem Vänner

Etwas Pause am Vänern

Seit zwei Tagen stehen wir nun an einem Seitenarm des Vänern, dem drittgrößten See Europas und dem größten See Schwedens. Durch den südlichen Teil des Sees für die Route des Göta-Kanals und, da wir Karlstad sehen wollten, entschieden wir uns dazu, den See an der West- und Nordküste zu umrunden. Da wir noch einen Zwischenstopp zwischen dem Rastplatz an einem See, der etwas mehr westlich leg, und Karlstad machen wollten, fanden wir in der Nähe von Grums bei Liljedal einen wunderschönen Wanderparkplatz, der direkt am See liegt und von dem aus eine Rundwanderung startet.

Weil uns dieser Platz und die Atmosphäre hier so gut gefiel, beschlossen wir, hier ein wenig länger zu bleiben. Nach wie vor hatten wir bestes Wetter, sodass uns der Schatten der Bäume eher gelegen kamen und wir aber auch das ein oder andere Bad im Vänern nehmen konnten.
Leider hatten wir auch wieder ein bisschen Arbeit wegzuarbeiten, daher genossen wir die Ruhe hier an diesem Ort und freuten uns nach getaner Arbeit einfach nur an das Seeufer zu sitzen und die Wellen zu beobachten.
Konstantin versuchte sich auch nochmals als Angler und hatte auch Erfolg, weshalb es am ersten Abend frischen Barsch gegeben hat. In Butter, Salz und Pfeffer angebraten ein echt leckerer Fisch.
Etwas später führte uns die Sonne wieder einmal einen spektakulären Untergang vor, der eine warme Atmosphäre über den ganzen See schickte. Oben drein war diese Bucht besonders vorteilhaft gelegen, da die Sonne hier den ganzen Tag über die Felsen und den Sand aufwärmt.

Am zweiten Tag machten wir die Rundwanderung, die am Parkplatz begann. Die Wege waren sehr weich und mit Wurzeln und Felsen gespickt, sodass uns nie langweilig wurde. Auch der Wald an sich war sehr abwechslungsreich – von dichtem Wald, wie wir es von zuhause kennen, bis zu offenen, eher felsigen Stellen, die von der Sonne teilweise etwas verbrannt schienen.

Den Abend ließen wir bei einem gemütlichen Lagerfeuer ausklingen, nachdem wir wiederum einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten konnten.
Ein wirklich hübscher und ruhiger Platz!

Schleußen, Kraftwerke und viel Natur

Da wacht man morgens auf, die eine Seite der Lotte im Schatten, die andere schon von der Sonne erwärmt, und traut seinen Augen kaum: In mitten saftiger Wiesen und Wälder sucht sich ein Schiff seinen Weg. Aber nicht nur irgendein kleines, schnuckliges Segelboot, sondern für uns Süddeutsche schon eher ein mächtiges Tankerschiff. Nachdem keine Menschen wild schreiend umherlaufen und auch keine Flutwelle auf uns zu kommen, vermuten wir, dass hinter den Wiesen direkt ein Teil des Göta-Kanals verläuft. Ein Blick in die Karte kann diese These bestätigen.

Um den Kanal und vor allem die offensichtlich schon eher große Schleusenanlage etwas genauer ansehen zu können, machen wir uns auf eine kleine Wanderung entlang des Trollhättan-Kanals, wie dieses Stück des Göta-Kanals genannt wird. Und wir haben tatsächlich genau richtig lange bzw. kurz gefrühstückt: Das Schiff konnten wir noch bei der Ausfahrt aus der untersten Schleuße in den Göta-Kanal beobachten.
Auch weiter Fluss aufwärts sahen wir einige für uns eher ungewöhnliche Brücken. Die Olidebron zeigte sich außerdem noch von ihrer besten Seite, da sie für zwei Segelbote, ihre beiden Hälften aufklappte.
Neben Trollhättan selbst und der Kriche, die recht imposant auf einer Anhöhe zwischen zwei Flussarmen liegt, haben uns auch die gewaltigen Wasserkraftwerke beeindruckt.
Nach so viel Technik und Bauwerken waren wir dann auch wieder mal ganz froh einen wunderschönen Natur-Pfad durch den Wald zurück zu unserem Parkplatz gefunden zu haben. Der Boden war so weich, dass man beinahe wie auf Federn lief.

Da natürlich auch noch die Arbeit rief, machten wir uns ein paar Stunden daran, Aufgaben abzuarbeiten und Besprechungen durchzuführen. Beim heutigen Arbeitsplatz im minimalistischen Campingstuhl vom Baumarkt und Sonnenschein in Mitten saftiger Wiesen, erledigten sich die meisten Arbeiten fast wie von selbst.

Am Abend fuhren wir noch ein Stück weiter Richtung Norden. Da wir spontan in direkter Nähe zum Göta-Kanal keinen passenden Stellplatz gefunden haben, schauten wir ein bisschen mehr abseits und wurden fündig.
Zwar eher direkt an einer Straße, dafür aber mit Blick auf einen wunderschönen See. Obendrein bereitete uns die Sonne nochmals einen Untergang, der wirklich alle Nuancen an rot, orange und lila enthielt.

Heihei, Götaland!

Heute sollte es nach Göteborg gehen. Wir hatten noch etwa 1,5 Stunden Fahrt vor uns und der Sonnenschein am Morgen versprach erneut einen wunderbaren Tag. Am späten Vormittag kamen wir an. Da wir die große Mautstraße der Stadt umgehen wollten, schickte uns die Navigation abenteuerlich durch die kleinsten Gässchen vorbei an großen Baustellen zu dem Parkplatz, den wir uns am Tag zuvor ausgesucht hatten. Aber der Platz lag strategisch sehr gut zwischen den Orten, die wir sehen wollten.

Wir starteten mit Göteborg’s größter Einkaufsstraße Kungsportsavenyn, in deren Achse eine Staßenbahnlinie verläuft und die mit grünen Parks gespickt ist. Für unseren Geschmack zwar schön anzusehen und entlang zu laufen, aber definitiv zu viel Großstadt. Weiter ging es zum „Läppstift“ (dt. Lippenstift), ein weiß-roter Turm am Hafen. Dort haben uns auch die Schiffe, die dort in den Wellen vor sich hin und her schaukelten, sehr gefallen. Am Hafen entlang machten wir uns Richtung Stadtteil Haga auf. Auf dem Weg dorthin kamen wir an der Feskekörka vorbei. Der Name führt fälschlicherweise zu der Annahme, dass es sich hierbei um eine Kirche handelt, auch das Aussehen lässt darauf schließen. Tatsächlich war hier früher aber der Fischmarkt, welcher aufgrund der Einhaltung von Hygienevorschriften nach einiger Zeit überdacht und eingehaust werden musste. Der Architekt entwarf die Fischhalle dabei in Form einer Kirche.

Im entschleunigten Stadtteil Haga suchten wir uns eines der vielen Cáfes aus, um unseren Hunger zu stillen. Wir gönnten uns eine sehr leckere Quiche sowie eine typische „Hagabullar“, eine Zimtschnecke, die mindestens so lecker wie groß ist. Da uns dieses Viertel empfohlen worden ist, nahmen wir uns nach dem Essen einige Zeit, um die vorbei laufenden Menschen bei einem Kaffee zu beobachten. Danach schlenderten wir noch die Sträßchen entlang und erfreuten uns an den hübschen Häuern und kleinen Läden und Cáfes.
Im Park vor der Hagakyrkan verweilten wir in der Halbsonne nochmals, um einen Stellplatz für den Abend zu finden. Wir entschieden uns dafür, Göteborg hinter uns zu lassen und bereits die ersten Kilometer am Göta-Kanal entlang zufahren.

Am sehr idyllischen – leider etwas sehr stark besuchten – Wohnmobilparkplatz bei Trollhätten schauten wir uns zuerst die nähere Umgebung an. Nur wenige Meter vom Parkplatz entfernt liegt eine alte Schleusenanlage, die zeitweise eine spezielle Variante des Göta-Kanals bereitete.
Der Sonnenuntergang über dem gegenüberliegenden Wald färbte unser Wohnzimmer in wunderbare Farben. Wenig später konnten Rehe aus nächster Nähe beobachtet werden, ohne dass man aus der Lotte gehen musste. Vielleicht kommt später noch ein Elch vorbei…

Ha det, Småland!

Nach einigen Tagen Regen sind wir heute wieder durch Sonnenstrahlen, die ins Bett fielen, geweckt worden. Nach einem kurzen Frühstück und etwas Ordnung-Schaffen in der Lotte, verbrachten wir noch einige Minuten in der Vormittagssonne auf der Terrasse des Sommerhäuschens. Am späten Vormittag brachen wir wieder auf und machten uns Richtung Westen auf den Weg.
Der Abschied von den beiden, die uns zu dem hübschen Häuschen und dem schönen See eingeladen hatten, viel uns schwer. Am liebsten wären wir nochmals einen Tag geblieben, weil wir so tolle Unterhaltungen geführt, Unternehmungen erlebt und ebenso leckeres Essen gekocht hatten (vielen lieben Dank für das alles an dieser Stelle nochmals!!). Aber auch die beiden hatten für heute (bei diesem schönen Wetter) nochmals Pläne, unterwegs zu sein. Wir werden auf jeden Fall in Kontakt bleiben, und die Camper-Welt ist ja klein, da sieht man sich bestimmt wieder einmal.

Nach etwa zwei Stunden Fahrt erreichten wir die Stadt Jönköping, einen ehemaligen Handelsplatz mit Stadtrechten, der am Südufer des Sees Vättern liegt. Da wir hier im Voraus keinen wirklich ansprechenden Stellplatz gefunden hatten, wollten wir hier nur einige Stunden verbringen und dann weiter ziehen. Ich habe im Vorfeld über das Kulturhuset Spira der Stadt gelesen, weshalb wir hier als erstes vorbei schauten. Die Brücke auf dem Weg dort hin, faszinierte uns.

Wie auch schon in Malmö fiel uns auch hier auf, dass es auf der einen Seite sehr moderne und neue Gebäude am Seeufer gibt, aber auf der anderen Seite auch sehr gut hergerichtete bzw. erhaltene traditionellere Häuser. Diese Mischung gefällt uns sehr, ebenso wie die wunderschön, bunt blühenden Parkanlagen, die es hier zuhauf gibt. Auf der Suche nach einem Mittagessen kamen wir an einem größeren Platz vorbei, an den das alte Rathaus sowie das Gericht Jönköpings angrenzt.

Unser Schlafplatz sollte sich nochmals eine knappe Stunde Fahrtzeit in westliche Richtung, in Ulricehamn, befinden. Auch hier gab es einen See, der seinen Charme hatte, allerdings einen ganz anderen wie der Vättern oder gar der kleine See beim Sommerhaus. An diesem See Åsunden scheint ein Hauptteil des Lebens von Ulricehamn stattzufinden, weshalb im Park und auf dem Spielplatz zwischen unserem Stellplatz und dem See sehr viel los war. Dennoch war mehr als genug Platz für alle – nach den Tagen am Sommerhaus waren uns diese vielen Menschen aber doch wieder etwas ungewohnt.